Oct 20, 2018

Search

Raymond Chasles

Orientierungsplan

Raymond Chasles
ISRAEL UND DIE WELTVÖLKER
Patmos Verlag, Stuttgart 1945
(translated from French original 1936)

DIE ZEIT DER DRANGSAL FÜR ISRAEL
UND DES ZORNES ÜBER DIE WELTVöLKER
p. 121 (Text in Vorbereitung)

Wie in den ersten Zeiten nach Pfingsten ist eine juden-christliche Gemeinde mit dem Mittelpunkt in Jerusalem entstanden. Sie hat sich gebildet aus Juden, denen mit einem vorbehaltlosen Glauben eine umfassende Offenbarung über das Neue wie über das Alte Testament verliehen wurde. Sie sind Christen geworden und doch aus dem Bewusstsein der Verantwortung für ihre Brüder im Vollsinne Juden geblieben. Sie treten keiner Glaubensgemeinschaft der „Heidenkirche" bei sondern bilden eine „christliche Synagoge". „Denn", so schrieb unlängst Abram Poljak, der neben Albert von Springer in vorderster Reihe für diese juden-christliche Bewegung wirkt: „Das jüdische Volk wird nur auf eine Stimme hören, die aus seiner eigenen Mitte kommt. Nur mit einer jüdischen Kirche werden die Juden sich in Verhandlungen einlassen.... Das früheste Christentum muss wieder erstehen. Nur eine solche Gemeinde kann den Kampf für Jesus von der Peripherie in das Zentrum des jüdischen Volkes hineintragen. Die, christliche Synagoge, das bedeutet: Jesus in der Synagoge" 1).

Die juden-christliche Gemeinde hat als Wahrzeichen das Kreuz im Davidstern. Sie ist, wie es in ihren Satzungen heisst: der Vorläufer der Bekehrung Israels als Nation, der Herold des wiederkommenden Königs der Juden, berufen, den Weg des Herrn zu bereiten durch die Predigt von Christus und die Verkündigung seiner bevorstehenden Wiederkehr. Sie ist „die Brücke" zwischen der Kirche Christi, die sein Leib ist, und der juden-christlichen Kirche des kommenden Gottesreiches (Messias-Königreiches). Sie knüpft wieder an an die Kirche Gottes zur Zeit der Apostelgeschichte, um als juden-christliche Kirche deren Weg wieder aufzunehmen 2).

Die grosse Vision von den verdorrten Totengebeinen, die sich wieder zusammenfügen, jene Vision, die Ezechiel hatte, als die Hand des Herrn über ihn gekommen war, wird sich bald ihrem ganzen Inhalt nach verwirklichen (Ez. Kap. 37). Kein Hindernis, weder ein Krieg, noch der Widerstand der Araber, wird ihre Verwirklichung auf die Dauer aufhalten können.

„Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen und alle Stämme des Landes werden wehklagen und werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen" (Matth. 24,30).

_______________________

1) Diese Zeilen sind vor dem letzten Krieg geschrieben und in der französischen Monatsschrift der judenchristlichen Gemeinde vom Januar 1949 wieder veröffentlicht worden.

2) Folgendes schöne Gebet um die Wiederkehr Chirsti wurde am Freitag, 2. April 1948 in Haifa verfasst und zum erstenmal gesprochen, während in den Strassen Haifas, in Jerusalem und an anderen Orten Palästinas gekämpft wurde:

"Herr Jesusl Unsere Väter haben dich hinausgestossen, den Heiden überliefert und ans Kreuz gebracht. Darum wurde ihnen „ihr Haus wüst" gelassen, wird unser Volk gejagt und verfolgt, wohin es auch kommen mag, bis auf den heutigen Tag und wird selbst dein Land und deine Stadt verwüstet zu dieser Stunde.
"In deiner Gnade hat es dir aber gefallen, uns nachzugehen und zu berühren, uns aus dem Staube zu erheben, von der Sünde zu erlösen, unsere Augen zu öffnen und uns deine Herrlichkeit und Wiederkehr zu offenbaren.
"Und dein Heiliger Geist hat in unser Herz gelegt, für unser Volk einzutreten und Busse zu tun, dass deine Gnade zu ihm wiederkehre - dass du, o Herr, zurückkehrest, das Reich Israel, dein Reich, das Reich des Friedens aufzurichten.
"Du, o Herr, hast unseren Vätern gesagt: „euer Haus wird euch wüst gelassen. Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr saget: Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn?"
"Als ihre Kinder wollen wir dies erfüllen: Als Kinder Israels rufen wir dir zu: „Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!"
"In Jerusalem, da du gekreuzigt wurdest, auferstanden bist und wiederkommen wirst, rufen wir: Komme bald, Herr Jesus!
"In allen Orten des Heiligen Landes, wo Glieder unserer Gemeinde sind, rufen wir: Komme bald, Herr Jesus!
"In allen Teilen der Welt, wo Glieder unserer Gemeinde sind, rufen wir: Komme bald, Herr Jesus!
"Und wir hören dein Wort: Ja, ich komme bald!"
(Offb. Joh. 22,20) (hier zitiert)

Orientierungsplan